Der „Arbeitskraftunternehmer“: Ein unsicherer Kantonist der funktional differenzierten Moderne

Uwe Schimank

Am Ende ihres zeitdiagnostischen Porträts des „Arbeitskraftunternehmers“, das dessen problematische Züge – man könnte auch sagen: Zumutungen an die Person – in aller Deutlichkeit herausarbeitet, gelangen Günter Voß und Hans Pongrantz (1998: 155, Hervorheb. weggel.) dennoch zu der zunächst etwas überraschend anmutenden Einschätzung: „All das mag wie ein altmodisch anmutendes bürgerliches Leitbild klingen.“Genau so sei es auch gemeint – nur eben nicht als Feststellung einer Regression zurück zu einem historisch überholten Modell von Sozialcharakter, sondern als „… genuin ‚bürgerliches‘ Modell von Person und Arbeitskraft …, das perfekt zu einer entwickelten Marktökonomie paßt (wie sie sich erst jetzt voll durchzusetzen scheint).“ Der „Arbeitskraftunternehmer“ gilt ihnen somit, wie es dann noch einmal in aller Deutlichkeit heißt, „… als Leitbild der idealen Gesellschaftsperson wie auch als Kernelement sozialer Entwicklung der modernen Gesellschaft …“ Im „Arbeitskraftunternehmer“ bringe die Moderne also, so muss man dies verstehen, heute endlich das ihr gemäße Subjektmodell hervor – als soziale und sachliche Universalisierung dessen, was die kleine Bevölkerungsgruppe des Bürgertums ansatzweise bereits seit dem 18. Jahrhundert vorgelebt habe. Selbst wenn man Voß und Pongratz nicht unterstellen sollte, dass sie die heutige Gesellschaft in allem für wünschenswert halten – sie stufen sie jedenfalls als neues Niveau gesellschaftlicher „Entwicklung“ ein, mit dem „Arbeitskraftunternehmer“ als dazu passender „neue(r) Grundform der Ware Arbeitskraft“ – so der Untertitel des Beitrags. …

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