Gefühlsarbeit im Polizeidienst – zu einer bisher vernachlässigten Dimension polizeilicher Arbeit

Peggy Szymenderski

Polizei ist allgegenwärtig. Gerade bei Großveranstaltungen steht insbesondere die Bereitschaftspolizei im Fokus. Sie sichern Fußballspiele und Demonstrationen ab, müssen mitunter auch rivalisierende Gruppen trennen und deeskalierend wirken. Ihre Arbeit wird vor allem dann wahrgenommen, wenn in der medialen Berichterstattung kritisiert wird, dass die Polizeibediensteten zu nachlässig oder zu gewaltsam in ihrem Handeln gewesen sind. 

Die Streifenpolizei steht in einem engen Kontakt mit den meistens unfreiwillig in diese Situationen geratenen Bürgerinnen und Bürger. Sie führen Geschwindigkeits- und allgemeine Verkehrskontrollen durch, nehmen Unfälle auf, sie sind meist die ersten an Unfall- und Tatorten und sichern diese ab. Streifendienstpolizistinnen und -polizisten verkörpern durch ihre Uniformierung im besonderen Maße die Arbeit des staatlichen Gewaltmonopols.

Auch alltäglich präsent sind Kriminalpolizistinnen und -polizisten, allerdings wird deren Arbeit vor allem über Kriminalserien und -filme im Fernsehen wahrgenommen. Der sonntägliche Tatort ist in vielen Familien das letzte gemeinsame Ritual. Die in Film und Fernsehen 1 dargestellten Polizeibediensteten begegnen den zu bewältigenden Aufgaben meist mit Coolness und sie wirken abgebrüht. Realitätsnähe wird meist nicht angestrebt. Die Darstellung der ermittelnden Polizeibediensteten und Kommissare ist dabei sehr facettenreich – von kühl und humorlos (z.B. die „Tatort“-Kommissarin Lindholm) über übertrieben männlich und draufgängerisch („Schimanski“), neurotisch („Monk“) bis schusselig und naiv („Columbo“). Aber darüber, wie sie mit den sehr anspruchsvollen Fällen, die dem Zuschauer präsentiert werden, umgehen und wie sie ihren belastungsintensiven Beruf mit ihrem Leben verbinden, erfährt der Zuschauer wenig. …

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